Wurmkiste Part 2

Die Wurmkiste – Mein Sorgenkind!

Nach 8 Wochen Wurmkiste ist es Zeit ein Resumée zu ziehen.
Ich habe hart gekämpft, denn so rund, wie ich es mir gewünscht hätte lief es nicht. Die Würmer haben sich gut eingelebt. Anfangs habe ich zaghaft gefüttert. Die Würmer kamen super nach und haben den Kompost zu Erde umgewandelt. Doch dann, dann sind sie mir entwischt. Nach unten weg.
Erst habe ich mich gewundert, warum ich so viele große Fliegen an der Kiste sitzen habe. Erst ein paar Tage später hab ich kapiert, woran das lag.
Die Würmer sind unter der Kiste gestorben und haben die Fliegen angelockt.

Währenddessen wuchs oben ein weißer Pilz, den habe ich mit Wurmhumus bedeckt.

Nachdem ich keinen Wurmtee (Flüssiger Dünger, der nach unten abläuft) in meiner Wurmkiste aus Holz bekomme, habe ich die Wanne kurzerhand aus der Kisten entfernt. Nun sind die Würmer aber trotzdem nach unten durchgefallen und vertrocknet.
Warum das so ist, kann ich nicht sagen, ich habe sogar versucht sie mit nassen Tüchern, die unten Lagen feucht zu halten. Das hat aber nichts daran geändert.
Nun habe ich das untere Fach der Kiste mit dem restlichen Wurmhumus gefüllt, den ich im Starterpack gekauft habe.

Lange habe ich da rumprobiert. Anfangs dachte ich, in der Kiste sei es zu trocken und habe die Kiste gegossen.
Aber auch das hat bis heute nichts an den Würmern geändert, die nach unten durchfielen.
Was mir da aber noch mehr Sorge macht, ist das, wie die Würmer aussahen, die durchgefallen sind.
Vorne dick, hinten dünn…. Nachforschungen im Netz ergaben, dass sich wohl Faulgase im inneren gebildet haben könnte. Also, einmal die Kiste umgegraben. – Dabei habe ich entdeckt, dass es vielen der Würmer eigentlich ganz gut geht.

Doch mit dem Sommer kamen auch die Fruchtfliegen.

Ein weiteres Problem, welches ich habe, sind die Fruchtfliegen. Es werden immer mehr! Ich habe zwei Lösungsmöglichkeiten. Entweder, ich füttere die Würmer nur noch mit eingeweichter Zeitung, und das über 2 Wochen, oder ich decke sie noch besser ab.
Ich entschied mich für zweiteres, nun habe ich oben auf der Kiste 3 Lagen Hanfmatte und  die Fliegen sind weniger geworden. Aber nach unten hin habe ich noch keine Abdeckung, da tummeln sie sich gerade zu hauf.

Es ist gar nicht so einfach wie gedacht, eine Wurmkiste zu betreiben. Aber ich bleibe dran und schreibe hier bald wieder eine Rückmeldung.

Sollte jemand von euch eine Idee haben, würde ich mich freuen, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlassen könntet!

2 Comments

  1. André

    Hallo Fanny,
    ich bin ein Kompostfan und kompostiere in meinem Kleingarten wirklich alles, sogar große Holzbrocken. Ich will mich nicht als Klugscheißer oder Wissenschaftler darstellen und schreibe hier nur mal meine persönlichen Beobachtungen und Schlussfolgerungen.

    Es gibt sehr viele unterschiedliche Tiere im und auf dem Boden, die an der Zersetzung und Kompostierung beteiligt sind. Es ist ein ganzer Kosmos für sich allein und die Regenwürmer sind nur ein einzelner Bestandteil davon. Jede Tierart hat seine ganz bestimmten Fähigkeiten und Bedingungen, aber letztlich ist es für unsere beschränkten menschlichen Hoffnungen an das Produkt Kompost nicht nötig, dass wirklich alle beteiligt sind.

    Die unterschiedlichen Fähigkeiten und „Wohlfühlbedingungen“ sind aber sehr wichtig zu verstehen, weil sonst Massensterben, Abwanderung oder Überbevölkerung den Kompost kaputt machen. Aber so schwer ist es dann auch wieder nicht.

    Rein von der Mechanik her, sollte es Tiere im Kompost geben, die schon mal die großen Sachen klein machen können. Das sind z.B. Nachtschnecken (eine sehr verkannte Spezies), weil sie richtig gute Kauwerkzeuge haben und z.B. auch harte Sachen fressen wie Holz.
    Kellerasseln sind Landkrebse und haben wie andere Krebse auch „Werkzeuge“ zur Zerkleinerung. Sie sind sehr wichtig und recht anspruchslos.
    Regenwürmer haben keine Zähne und fressen vor allem Blätter und ähnlich „softe“ Sachen, die sie einsaugen können.

    Springschwänze sind sehr kleine Tierchen (bis ca. 2mm), die auch immer gern in Blumentöpfen vorkommen. Sie können feine Löcher in größere Teile hineinfressen und stürzen sich auch auf die ganz kleinen Teilchen.

    Schnecken und Regenwürmer brauchen unbedingt eine gewisse Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Trocknet der Kompost nur einmal aus, fliehen die Tiere so schnell sie können. Die Schnecken nach oben, die Würmer nach unten. Das gleiche passiert, wenn es für sie nichts mehr zu fressen gibt, oder das Futter durch zu viel Feuchtigkeit (keine Lüftung) zu stark von Pilzen befallen wird. Daher ist gute Durchlüftung wichtig, die man am einfachsten mit dünnen Zweigen herstellen kann.

    Die anderen „Mitarbeiter“ fühlen sich in der Wurm- und Schneckenatmosphäre auch wohl, vertragen aber Trockenheit viel besser.

    Auch ganz wichtig zu wissen:
    Was für den Menschen wertvoll ist, der Humus, ist für die „Kompostianer“, wie ich sie nenne, irgendwann ekliger Abfall. Letztlich ist es ja ihr Kot und auch sie mögen lieber eine saubere Umgebung. Daher sollte man den Kompost nicht zu spät ernten und noch nicht fertig kompostierte Teile wie Holz etc. einfach mit Wasser etwas abspülen und neu ansetzen.

    In meinem Garten gieße ich den Kompost bei Trockenheit genauso gründlich, wie die Pflanzen und ernte zwei Mal im Jahr. Ich habe kaum Schneckenfraß am Gemüse, weil ich jede Nacktschnecke „zwangsrekrutiere“ und an ihren neuen Arbeitsplatz im Kompost bringe. Und solange ich genügend frisches Unkraut und Schnittgut nachschiebe, bleiben sie offenbar auch dort. Wenn ich nachts mal mit der Taschenlampe nachschaue, ist richtig viel Betrieb, quasi eine Schneckenparty.
    Wärme ist übrigens auch wichtig, daher funktionieren Kompostmieten unter dem Rhododendron meistens nicht gut. Halbschatten ist perfekt.

    Man muss verstehen, dass Kompostierung ein stetig ablaufender Prozess ist, genau wie Wachstum. Der Winter drückt auf die Pausetaste, aber das Rad beginnt von allein sich wieder zu drehen, wenn Futter und Feuchtigkeit vorhanden sind.

    Was Deine Kiste angeht, solltest Du Dir einfach mal vorstellen, Du wärst einer dieser Mitarbeiter. Ist es im Büro stickig, mag man nicht gern arbeiten und sucht nach frischer Luft. Ist das Essen eintönig oder zu wenig, geht man in eine andere Kantine. Ist die Putzkolonne schlecht, mag man nicht auf die Toilette gehen und bekommt Bauchweh. Ist es zu kalt kommt auch keine Stimmung auf.

    Ich habe auch keine Patentlösung, aber vielleicht finden wir ja zusammen eine? Habe schon öfter darüber nachgedacht, aber vermutlich weniger recherchiert als Du.
    Es gab vor 20 Jahren schon einfache Lösungen in der Hobbythek, aber da spielte Plastik eine Rolle (Plastiksäcke).
    Grundsätzlich hätte ich Lust im Thema urban-gardening was zu machen.

    Grüße,
    André

    • Antiplastic

      Welch Zufall, ich habe just vor einer Woche angefangen meine neue Wurmkiste zu betreiben. Die Kiste ist luftiger als die Alte und steht von vorn herein drausen. Da können dann auch allerlei andere Tiere hinein.
      Ich werde demnächst meine Erkenntnisse und neuen Bilder online stellen.

      Und natürlich bin ich immer froh über jemanden, der sich damit auskennt, damit es meinen Würmchen auch gut geht!

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